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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Organisationsvergleich


  • Grundlegendes
    Die "richtige" Form der Aufbauorganisation kann für jedes einzelne Unternehmen ganz unterschiedlich aussehen. Dies ist etwa abhängig von
    • der Branche,
    • der Rechtsform des Unternehmens,
    • der Unternehmensgröße (Anzahl der Mitarbeiter etc.),
    • dem Ausbildungsstand der Mitarbeiter,
    • der Anzahl der zu vertreibenden Produkte,
    • der Anzahl der Märkte, auf denen die Produkte vertrieben werden sollen.
    Die bekannten Modelle der Aufbauorganisation sind lediglich Idealtypen , die in der betrieblichen Realität nicht in reiner Form vorkommen. So wird zum Beispiel eine rein produktorientierte Organisation in der Praxis nicht sinnvoll sein. Bestimmte Bereiche (etwa die Personalabteilung oder die Öffentlichkeitsarbeit) könnten daneben funktional organisiert sein.
    Hauptmaxime der Auswahl der richtigen Organisationsform sollte sein, dass die Organisation flexibel genug bleibt, um auf sich ändernde Kundenbedürfnisse schnell reagieren zu können und dabei Reibungsverluste etwa durch Doppelarbeiten möglichst vermieden werden.
    In diesem Vergleich der typischen Formen der Aufbauorganisation sollen die wesentlichen Vor- und Nachteile zusammengefasst werden.
  • Vor- und Nachteile verschiedener Formen der Aufbauorganisation

    • Funktionsorientierte Organisation
      Vorteile:
      • gut geeignet für kleinere Unternehmen mit nur einem Produkt oder wenigen Produkten
      • gut geeignet, wenn es viele gleichwertige Kunden gibt (homogene Kundenstruktur)
      • Kostenersparnis durch hohen Grad an Arbeitsteilung und Spezialisierung
      • Kostenersparnis durch Zentralisierung der Ressourcen in den funktionalen Abteilungen
      • einheitliche Aufgabenerfüllung und gleichmäßigere Auslastung der Abteilungen
      • klare Regelung der Zuständigkeiten.
      Nachteile:
      • starre Organisationsstruktur, die auf neue Herausforderungen (z.B. neue Produkte, abteilungsübergreifende Aufgaben) nur wenig flexibel reagieren kann (es sei denn mit zusätzlichen Stabsstellen oder einer Projektorganisation, siehe auch Projektmanagement )
      • geringes Innovationspotenzial
      • lange Informations- und Entscheidungswege, daher oft auch geringe Kundenorientierung
      • Routinisierung und Eintönigkeit der Arbeit, da nur ein bestimmter Teilbereich bearbeitet wird.
    • Produktorientierte Organisation
      Vorteile:
      • vorteilhaft für größere Unternehmen mit unterschiedlichen Sparten (Geschäftsfelder) oder Produkten
      • auf sich schnell ändernde Marktanforderungen (Kundenwünsche) kann flexibel reagiert werden
      • die Positionierung der Produkte am Markt erfolgt aus einer Hand, da das fachliche Know-how in einer Abteilung gebündelt ist
      • in einer solchen Organisation bieten sich mehr Möglichkeiten der Personalentwicklung (zum Beispiel, wenn neue Produkte eingeführt werden)
      • die jeweiligen Sparten können eigenständig geführt und durch eine getrennte Kosten- und Leistungsrechnung gut miteinander verglichen werden
      • durch die Gesamtverantwortung für alle Bereiche, die das Produkt betreffen (Beschaffung, Produktion, Absatz), wird die Arbeit abwechslungsreich und setzt bei den Mitarbeitern Kreativität frei
      Nachteile:
      • Gefahr von Doppelarbeit, da in den verschiedenen Sparten jeweils gleiche Vorgänge bearbeitet werden
      • Gefahr von Konkurrenzdenken zwischen den Spartenabteilungen und fehlendem Sinn für das Ganze
      • hoher Koordinationsbedarf von Seiten der Unternehmensführung
      • Ausfälle von Mitarbeitern fallen stärker ins Gewicht, da in der Regel nicht genügend gleich qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen.
    • Matrixorganisation
      Vorteile:
      • Vorteile der funktions- und produktorientierten Organisation können vereint werden
      • erhöhte Qualität der Entscheidungen durch Berücksichtigen unterschiedlicher Aspekte
      Nachteile:
      • unklare Weisungsverhältnisse, da unklar ist, ob funktions- und produktorientierte Bereichsleitung die Oberhand behält
      • sehr hoher Koordinierungsbedarf zwischen Zentral- und Spartenabteilungen mit möglicherweise hohen Reibungsverlusten (Gefahr der Fehlallokation betrieblicher Ressourcen).
    • Kunden(gruppen)orientierte Organisation
      Vorteile:
      • vorteilhaft für Unternehmen mit heterogener Kundenstruktur (zum Beispiel einigen Großkunden und vielen Kleinkunden)
      • auf Kundenwünsche und Marktanforderungen kann durch intensiven Kontakt und individuelle Betreuung (etwa über Key-Account-Manager ( Key-Account-Management ) ) direkt reagiert werden
      • gleiche Vorteile wie bei der produktorientierten Organisation.
      Nachteile:
      • gleiche Nachteile wie bei der produktorientierten Organisation.
    • Tensororganisation
      Vorteile:
      • vorteilhaft für Unternehmen, die auf verschiedenen regionalen Märkten oder international agieren
      • länder-, regional-, produktspezifische und funktionale Gegebenheiten werden bei Entscheidungen berücksichtigt.
      Nachteile:
      Nicht vergessen werden sollten einige aktuelle Trends , die sich bei den Unternehmen in der Organisation mehr und mehr durchsetzen:
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