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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

REFA


    Das Kürzel REFA (ursprüngliche Abkürzung für Reichsausschuss für Arbeitszeitvermittlung ) steht für den Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation e. V. .
    In erster Linie sieht der REFA seinen Aufgabenbereich darin, praktikable Methoden zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Humanisierung der Arbeit zu entwickeln. Dieser Bereich ist als REFA-Lehre bekannt. Die Erkenntnisse des REFA basieren auf den Resultaten technisch-organisatorischer, soziologischer, psychologischer und ökonomischer Arbeitsforschung und setzt sich vor allem aus praxisbezogenen Erkenntnissen der Arbeits- und Betriebsorganisation ( Betriebsmanagement ) zusammen. Nach der REFA-Lehre ist es sinnvoll, die wissenschaftliche Organisation der Arbeit in zwei Felder einzuteilen:
  • Physisch-technisches Feld
    Das physisch-technische Feld wird gesondert bewertet. Die Erkenntnisse aus Arbeitsablaufstudien und Schwachstellenanalysen, Zeitstudien, Bewegungsstudien, Analysen von Materialfluss und Werkzeug-, Geräte- und Kleidungsverschleiß sowie Analysen des Umweltschutzes werden ausgewertet und angewandt. Im Vordergrund steht die Rationalisierung der Arbeit in arbeitstechnischer und organisatorischer Hinsicht.
  • Psycho-physisches Feld
    Im psycho-physischen Feld stehen der Mensch und seine Beziehung zur Arbeit im Mittelpunkt. Psychologische, soziologische und physiologische Erkenntnisse finden hier Anwendung. Gegenstand der Untersuchung sind Ermüdungsstudien, Anforderungsmerkmale im Interesse eines sinnvollen Personaleinsatzes (Abwendung von Überlastungen, Motivation usw.) und die so genannte Normalleistung. Die REFA-Normalleistung beschreibt als Bezugsleistung einen harmonischen, natürlichen und besonders ausgeglichenen Bewegungsablauf eines Arbeitenden. Voraussetzung dafür sind die Beachtung persönlicher Bedürfnisse, der Erholungsphasen und der freien Entfaltung der Fähigkeiten des Arbeitnehmers. Mit Hilfe der REFA-Normalleistung wird die Soll-Zeit einer Arbeitsleistung bestimmt.
    Die REFA-Lehre soll als Instrument genutzt werden, Arbeitsplätze sinnvoll zu gestalten, menschengerechte Arbeitsbedingungen und wirtschaftliche Arbeitsabläufe im Sinne des Einzelnen sowie des gesamten Unternehmens zu schaffen.
    Einen weiteren Aufgabenbereich sieht der REFA in der Verbreitung seiner Lehre. Dies kann zum einen im Rahmen der REFA-Ausbildung geschehen. In Lehrgängen und Seminaren werden Betriebspraktiker mit theoretischen Grundlagen und der praktischen Anwendung der REFA-Lehre vertraut gemacht. Die Ausbildung gliedert sich zum Teil nach unterschiedlichen Branchen. Am Ende steht der Erwerb verschiedener Abschlussgrade wie z.B. REFA-Sachbearbeiter, REFA-Fachmann, REFA-Techniker für Industrial Engineering, REFA-Organisationsassistent, REFA-Organisator und REFA-Ingenieur für Industrial Engineering.
    Neben der Ausbildung bietet der REFA auch Tagungen und darüber hinaus Veröffentlichungen in Form von Fachzeitschriften und Buchreihen. Dazu zählen auch die so genannten REFA-Methodenlehren , die die REFA-Lehre systematisch aufbereiten. Die Methodenlehre des Arbeitsstudiums, die Methodenlehre der Planung und Steuerung und die Methodenlehre für Büro- und Verwaltungsorganisation werden behandelt.
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