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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Strategische Allianz


Allianzen gelten ebenso wie Netzwerke als aktuelle Form von Unternehmenszusammenschlüssen . Es handelt sich um eine über- bzw. zwischenbetriebliche Kooperation von mindestens zwei Unternehmen, die ihre rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit aufrechterhalten und in bestimmten Geschäftsfeldern eine gemeinsame Strategie entwickeln bzw. ihr Vorgehen abstimmen. Eine Kapitalbeteiligung ist möglich ( Equity Alliance ), wird aber nicht zwangsläufig vorausgesetzt ( Non-Equity-Alliance ).
Das Ziel solcher Zusammenarbeit besteht in der Erschließung von Synergien und der Durchsetzung gemeinsamer ökonomischer Interessen, insbesondere der Verbesserung der Position im Wettbewerb. Mit dem Begriff der strategischen Allianz soll auf die neue Qualität der Unternehmenszusammenschlüsse hingewiesen werden, mit deren Hilfe die vorhandenen Grenzen unternehmenspolitischer und strategischer Potenziale auf Grund der knappen Ressourcen überwunden werden sollen.
Bisher sind allerdings die rechtlichen Aspekte dieser Zusammenarbeit besser erforscht als die betriebswirtschaftlichen. Daher gilt das besondere Interesse sowohl den strategischen, strukturellen oder kulturellen Kooperationsbedingungen als auch dem Kooperationsverhalten der Partner.
Die zunehmende Globalisierung und die Schnelligkeit der Verbreitung neuen technologischen Wissens haben zur Bedeutung dieser zwischenbetrieblichen Kooperationsform beigetragen, da einzelne Unternehmen nicht das erforderliche Potenzial besitzen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Es bilden sich neuerdings weltweit ganze Blöcke strategischer Allianzen.
Zur Charakterisierung der strategischen Allianzen können als zusätzliche Aspekte herangezogen werden, ob die Kooperation
  • horizontal: auf der gleichen Produktionsstufe oder innerhalb der gleichen Branche,
  • vertikal: über mehrere aufeinander folgende Produktionsstufen oder
  • diagonal: unabhängig von der Produktionsstufe oder Branche erfolgt.
Strategisch-vertikale Allianzen lassen sich auch als Wertschöpfungspartnerschaft verstehen, deren selbstständige Partner auf unterschiedlichen Stufen einer Wertschöpfungskette agieren und zur Erreichung gemeinsamer Ziele kooperieren.
Als ein Beispiel strategisch-vertikaler Allianzen in vertikaler Kooperation sind die gemeinsamen Aktivitäten zwischen den Herstellern tragbarer Spezial- und Universalcomputer und Display-Entwicklern zu nennen.
Farbige Flachdisplays stellen ein wichtiges strategisches Technologiefeld dar. Die Hersteller tragbarer Computer verfügen jedoch zumeist nicht über das notwendige Know-how und bilden daher strategische Allianzen mit Display-Entwicklern.
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