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Die Einträge im Lexikon sind veraltet.

Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Unternehmensberatung


    Zur Unterstützung der Führungsspitze in entscheidenden Fragen können die Dienste von Unternehmensberatungen in Anspruch genommen werden.
    In Unternehmensberatungen arbeiten Experten für Industrie, Handel und Behörden, die ihre Kunden bei der Suche nach Problemlösungen unterstützen. Sie können dem Unternehmen angehören oder als eigenständiges Unternehmen arbeiten.
  • Auswahl des Beraters
    Die richtige Auswahl des Beraters ist fast schon der wichtigste Schritt. In einem gewissen Sinne ist Beratung Vertrauenssache, weil durch die Formulierungen des Vertrages allein ein befriedigendes Preis-/Leistungsverhältnis nicht sichergestellt werden kann. Erfahrungen und Kenntnisse des Beraters und eine geeignete Organisation sind wichtiger als die Höhe des Honorars, wenn man berücksichtigt, dass durch das Beratungsergebnis meist wesentlich kostenträchtigere betriebliche Maßnahmen veranlasst werden.
    Dem Unternehmen angehörende Unternehmensberatungen haben den Vorteil, dass sie das Unternehmen genau kennen, ein besseres Verständnis für dessen besondere Probleme haben, Probleme frühzeitig erkennen oder sogar ganz abwenden können. Die Beratung nimmt hier die Form eines permanenten Projekts an.
    Unternehmensexterne Unternehmensberatungen sind im Gegensatz zur internen Beratung unabhängiger. Sie können die Situation des Unternehmens objektiver einschätzen und sind in der Lage, anhand der Einblicke in andere Unternehmen verschiedene und neuartige Perspektiven und Lösungsansätze zu bieten.
    Beratungsleistungen werden von einer großen Zahl von Beratungsfirmen angeboten. Die Beratungsfirmen haben sehr unterschiedliche Strukturen und auch unterschiedliche Qualität. Es gibt Einzelberater, Zusammenschlüsse aus mehreren Beratern und große Beratungsfirmen, wie z.B. die Firmen Roland Berger & Partner, Gerhard Kienbaum Unternehmensgruppe, McKinsey & Co, Boston Consulting Group.
    Gute Berater kann man in kleinen und in großen Beratungsfirmen finden. Da "Unternehmensberater" jedoch keine geschützte Bezeichnung ist, gibt es vor allem bei kleineren Firmen auch solche von zweifelhafter Seriosität. Die Honorare kleiner Beratungsfirmen mögen etwas niedriger sein, weil ihre Gemeinkosten niedriger sind. Dafür haben große Beratungsfirmen den Vorteil, Fachleute für alle einschlägigen Wissensgebiete im Hause zu haben, sodass sie in der Lage sind, auch fachlich sehr komplexe oder sehr umfangreiche Probleme innerhalb angemessener Fristen bearbeiten zu können.
    Für die Auswahl des Beraters ist die Aufgabenstellung sehr wichtig. Der Klient muss sich möglichst weitgehend darüber klar werden, was Gegenstand der Beratung sein soll (Manchmal weiß der Kranke allerdings selbst nicht, was ihm fehlt). Diese Aufgabenbeschreibung sollte schriftlich festgelegt werden (sog. "Terms of Reference"). Je genauer die Fragestellung ist, umso gezielter kann nach dem geeigneten Berater gesucht werden.
    Es ist durchaus sinnvoll, mit mehreren Beratungsfirmen Gespräche zu führen, Referenzen einzuholen und sich Angebote präsentieren zu lassen. Öffentliche Auftraggeber führen vor der Beauftragung eines Beraters häufig sogar Ausschreibungsverfahren durch.
    Kleine und mittlere Unternehmen sollten prüfen, ob das Bundeswirtschaftsministerium (http://www.foerderdatenbank.de/)
    oder das zuständige Landeswirtschaftsministerium für die Beratung Fördermittel bereitstellen. Eine Anfrage beim RKW (Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft, Eschborn/Taunus, http://www.rkw.de ),
    beim zuständigen Landesverband des RKW oder der Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer kann helfen, den richtigen Weg zu Fördermitteln und zum richtigen Berater zu finden.
  • Beratungsphasen
    Unternehmensberater und Auftraggeber gestalten in enger Zusammenarbeit den Ablauf der Beratungsphasen. Festmachen lassen sich folgende Phasen:
    • Datenbeschaffung: Auswertung von Dokumenten , Fragebögen, Expertenberichte, Interviews usw.
    • Datenanalyse und -synthese: Bewertung und Zusammenfassung der erhaltenen Daten
    • Lösungsalternativen: Suche nach und Beurteilung von Alternativen
    • Realisation: Umsetzung der gewählten Alternative
    • Analyse des Beratungserfolgs: Erfolg ist erst auf lange Sicht abzusehen. Häufig spielen andere Faktoren hinein: z.B. Marktveränderungen wie veränderte Nachfrage. Diese Faktoren sind nicht unmittelbar auf die durchgeführten Maßnahmen zurückzuführen.
  • Beratungsvertrag
    Ein Unternehmensberatungsvertrag (Consultingvertrag) kann sehr unterschiedliche Leistungen des Unternehmensberaters oder der Unternehmensberatungsgesellschaft für den Kunden (Klienten) zum Gegenstand haben (vgl. auch Unternehmensberatung). Der Klient erlangt durch die Beratung das Know-how und die Leistungen unabhängiger Fachleute, die zu kalkulierten Vorschlägen führen, die dann vom Unternehmer selbst (eventuell mit fachlicher Begleitung des Beraters) umzusetzen sind.
    Man unterscheidet zwischen " Mangagement Consulting ", das betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen und " Consulting Engineering ", das ingenieurwissenschaftliche und technische Aufgaben betrifft. Innerhalb dieses Rahmens findet man als möglichen Vertragsgegenstand eine große Bandbreite: von Konzepten für Marketing, Vertrieb und Produktentwicklung, Betriebsorganisation, Zweckmäßigkeit von Outsourcing , Auswahl und Implementierung von EDV-Systemen, bis zur Planung neuer Fertigungslinien. Die Beratungsleistungen können sehr allgemeiner (z.B. ob das Unternehmen im Markt richtig "aufgestellt" ist) oder ganz spezieller Art (z.B. welche Maschinen für eine bestimme Fertigung verwendet werden sollen) sein. Es kann sich auch um eine sog. "Ganzheitsberatung" handeln, bei der alle Unternehmensbereiche auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht werden.
WoltersKluwer