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Lexikon der Unternehmensführung - Organisation

Unternehmensverfassung


Unternehmen benötigen eine bewusst geschaffene und in betrieblichen Dokumenten festgelegte innere Ordnung, um ihre Aktivitäten auf die Unternehmensziele ausrichten zu können.
In dieser inneren Ordnung kommt zum Ausdruck, wodurch das Handeln der Unternehmung bzw. die Unternehmenspolitik bestimmt wird und welche Regelungen existieren, um die Aktivitäten der Unternehmung darauf auszurichten. Es sind insbesondere bei der Gründung eines Unternehmens Entscheidungen zu treffen, die zu grundlegenden und langfristig gültigen Strukturregeln führen.
Es handelt sich um einen besonderen Typ von Entscheidungen: konstitutive Entscheidungen, die sofern sie das Innere der Unternehmung betreffen als Unternehmensverfassung bezeichnet werden.
Die Unternehmensverfassung ist grundsätzlich innerhalb der bestehenden gesetzlichen Regelungen (z.B. HGB oder Mitbestimmungsrecht) frei gestaltbar. Regelungen, die im Rahmen der Unternehmensverfassung getroffen werden, finden ihren Niederschlag in offiziellen Satzungen, Unternehmensleitlinien, Geschäftsverteilungsplänen, Organisationshandbüchern und anderen Dokumenten. Diese Dokumente geben die grundsätzliche Entwicklungsrichtung vor, die durch die entsprechende strategische und operative Führung mit den erforderlichen Entscheidungen umgesetzt wird. Als Sachverhalte, die unbedingt in der Unternehmensverfassung zu regeln sind, kommen
  • der Unternehmenszweck,
  • das Unternehmensleitbild,
  • die Ausgestaltung der Grundrechte und Grundpflichten der Unternehmensmitglieder,
  • die Festlegung und Abgrenzung von Verantwortlichkeiten sowie zugehörigen Handlungs- und Entscheidungsbefugnissen,
  • die Formulierung von Entscheidungs- und Konsensbildungsregeln im Konfliktfall in Betracht.
Durch die gesetzlichen Regelungen als äußere Rahmenbedingungen der zu schaffenden Unternehmensverfassung nimmt auch der Staat Einfluss auf deren Inhalte.
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